Nahost

Irak: US-Truppen sollen bis Mittwoch vollständig abgezogen sein

Bis zum 30. September werden laut Pentagon-Planung alle US-Armeeangehörigen den Irak verlassen haben. Dies als Teil der Ankündigung von Präsident Trump, die "ewigen Kriege" der USA zu beenden. Die militärische US-Präsenz endet damit 23 Jahre nach dem Einmarsch in den Irak.
Irak: US-Truppen sollen bis Mittwoch vollständig abgezogen sein© Urheberrechtlich geschützt

Die US-Streitkräfte ziehen sich nach zwei Jahrzehnten militärischer Präsenz aus dem Irak zurück. Die Hunderte Soldaten, die noch im Nordirak verblieben sind, sollen daher bis zum Stichtag am 30. September abgezogen werden. Alle US-Kampftruppen und eingesetzten Kräfte zur logistischen Unterstützung hätten soweit das Land bereits verlassen, so ein irakischer Regierungsvertreter gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). 

Auf den koordinierten Abzug hatten sich der Irak und die USA bereits im Jahr 2024 geeinigt. Im Juli dieses Jahres empfing US-Präsident Donald Trump im Oval Office den irakischen Ministerpräsidenten Ali al-Zaidi.

Nach Angaben des Pentagons waren zuvor in den vergangenen Jahren noch rund 2.500 US-Soldaten im Irak stationiert. Die Einsatzgebiete waren in Erbil in der Kurdenregion, an einem Stützpunkt in der Nähe des Flughafens von Bagdad und im Regierungsviertel der Hauptstadt, bekannt als sogenannte "Grüne Zone".

Im Jahr 2003 waren die USA mit NATO-Verbündeten trotz internationaler Kritik im Irak einmarschiert, um den damaligen Machthaber Saddam Hussein zu stürzen. Nach einem vorläufigen Abzug im Jahr 2011 kehrte das US-Militär dann 2014 auf Gesuch der irakischen Regierung zurück, um vermeintlich zusammen gegen IS-Truppen zu kämpfen. Die Gruppierung Islamischer Staat (IS) wurde im Anschluss 2017 im Irak und 2019 in Syrien als demnach militärisch besiegt erklärt.

IS-Zellen sind dabei weiterhin aktiv. Mit Beginn des US-provozierten Iran-Kriegs hat sich die Sicherheitslage im Irak erneut verschlechtert. US-Beamte äußerten sich laut amerikanischen Medien mehr als besorgt darüber, dass die gut bestückten und von Teheran unterstützten Milizen weiterhin Angriffe in der Region durchführen könnten. Im andauernden Iran-Krieg kam es dabei zu Hunderten Angriffen, unter anderem auch auf US-Einrichtungen und -Soldaten im Irak.

So sollten parallel zum US-Truppenabzug die mit dem Iran verbündeten Milizen im Irak entwaffnet und in den staatlichen Sicherheitsapparat eingegliedert werden. Der von Ministerpräsident Ali al-Saidi angekündigte Schritt musste jedoch aktuell aufgeschoben werden und soll demnach nun im Juni kommenden Jahres final stattfinden.

Ein ungenannter Vertreter des US-Militärs erklärte nun gegenüber der Agentur Associated Press, der Abzug werde bis zum 30. September abgeschlossen sein, wobei die Hunderte Soldaten, die sich noch im Nordirak befänden, größtenteils nach Jordanien und in andere Länder der Region verlegt werden würden. 

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