Europa

Sowjetischer Soldatenfriedhof in den Niederlanden erneut geschändet

Der Friedhof im niederländischen Leusden, auf dem 865 sowjetische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs bestattet sind, ist zum zweiten Mal in diesem Jahr zum Ziel von Vandalismus geworden. Die russische Botschaft verurteilt den Angriff und fordert eine Aufklärung.
Sowjetischer Soldatenfriedhof in den Niederlanden erneut geschändetQuelle: TASS © Natalja Blinowa

Der sowjetische Soldatenfriedhof in der niederländischen Gemeinde Leusden ist zum zweiten Mal im laufenden Jahr geschändet worden. Wie der Fernsehkanal RTV Utrecht am 31. Oktober berichtete, beschmierten Unbekannte den Obelisk und die Gedenkwand auf dem Friedhof mit flüchtlingsfeindlichen und antikommunistischen Parolen. Die Polizei leitete eine Ermittlung ein, allerdings wurden bisher keine Verdächtigen gefasst.

Auf dem als "Sowjetisches Ehrenfeld" bekannten Friedhof in der niederländischen Provinz Utrecht sind seit dem Jahr 1948 insgesamt 865 sowjetische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter bestattet worden, die während des Zweiten Weltkriegs von den Nationalsozialisten getötet wurden. Zuvor hatten unbekannte Täter bereits im Juli 150 Grabsteine geschändet. Remco Reiding, Leiter der Stiftung "Sowjetisches Ehrenfeld", die sich um die Pflege des Friedhofs kümmert, äußerte sich zum Vorfall gegenüber RTV Utrecht:

"Tragisch und traurig. Wir stehen im Kontakt mit den zuständigen Behörden. Wir hoffen, dass es eine Lösung geben wird, die eine Wiederholung verhindert."

Reiding betonte, dass der Vorfall vor allem wegen der Respektlosigkeit gegenüber den Opfern und ihren Angehörigen empörend sei, und erklärte weiter:

"Wir setzen uns weiterhin für ein respektvolles Gedenken an diese Kriegsopfer ein und erzählen ihre Geschichten."

Russlands Botschaft in Den Haag forderte die niederländischen Behörden auf, umgehend eine Ermittlung des Vorfalls durchzuführen und die Schuldigen zu bestrafen. Die Nachrichtenagentur TASS zitiert die Mitteilung der Botschaft:

"Wir fordern die niederländische Regierung auf, umgehend eine objektive Ermittlung durchzuführen, die Schuldigen ausfindig zu machen und zur Verantwortung zu ziehen. Wir rechnen damit, dass sich diesmal die zuständigen Behörden des Königreiches nicht auf eine formelle Reaktion beschränken, sondern reale Schritte zur Suche nach Schuldigen und der Verhinderung von ähnlichen Verbrechen unternehmen werden."

Die russische diplomatische Vertretung erinnerte daran, dass der vorherige Akt des Vandalismus im Juli keine Folgen nach sich gezogen habe, da weder die Täter gefunden noch zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen in Bezug auf die Gedenkstätte ergriffen wurden. Mitarbeiter der Botschaft stehen im Kontakt mit der Leitung der Stiftung "Sowjetisches Ehrenfeld", so die Erklärung weiter. Die Botschaft betonte:

"Wir halten ein solches Verbrechen in einem Land, das aufgrund der eigenen Geschichte hervorragend weiß, was die Gräueltaten des Nazismus bedeuten, für absolut inakzeptabel. Besonders besorgniserregend ist die Tatsache, dass zum Ziel des Angriffs ein Ort ausgewählt wurde, an dem Angehörige unterschiedlicher Völker der Sowjetunion ruhen, die zu Opfern von Hitlers Handlangern wurden."

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